Wir sind in Oshipeto!

Als wir nach der Nachtfahrt um kurz vor 5.00 Uhr morgens mit dem Bus in Oshakati angekommen sind, mussten wir erst noch bis 7.30 Uhr auf die Schwestern warten, die uns von der Tankstelle abholen sollten.

Nach zweieinhalb Stunden langen Wartens gingen wir davon aus, dass wir nun auf direktem Wege in unsere Projekte fahren, um uns von der Fahrt erholen zu können.

Dass dies jedoch nicht der Fall war, merkten wir, als wir nach einer halben Stunde Fahrt bei der Schwestern-Station in Oshikuku Halt machten. Dort bekamen wir ein leckeres Frühstück, über das wir uns sehr freuten. Nachdem wir aufgegessen hatten, wurde uns gesagt, dass wir „in einer Minute“ weiterfahren würden. Aus der besagten Minute wurde eine halbe Stunde und schließlich saßen wir 4 Freiwilligen mit 3 Schwestern und einem Fahrer zusammen im Auto.

Auch diesmal fuhren wir nur wenige Minuten, bis wir an einem Haus am Straßenrand anhielten. Bei diesem Haus handelte es sich wohl um eine Ausbildungsstätte für junge Schwestern und kurzerhand stiegen unsere mitreisenden Schwestern aus und waren im Haus verschwunden.

Hier dauerte es etwa erneut eine halbe Stunde, bis alle Schwestern wieder im Auto waren und von unserem Fahrer kurzerhand zwei Hühner vom Gelände gefangen, zusammengebunden und in einem Pappkarton im Auto verstaut wurden.

Der Wagen rollte wieder und mitten im Nirgendwo meinte die eine Schwester, dass sie hier gerne rausgelassen werden wolle. Also machten wir erneut Halt und ließen die Schwester heraus, die dann zu einem Haus in der Ferne wanderte.

Jetzt fuhren wir schon eine ganze Weile, bis wir in die nächst größere Stadt Outapi kamen: Wie sollte es anders sein, natürlich fuhren wir auch hier auf einen Parkplatz und machten Halt.

Im nahegelegenen Supermarkt kauften wir eine riesige Menge an Würstchen und Wurst, die neben den 4 müden Freiwilligen, den Schwestern, dem Gepäck und den Hühnern auch noch ihren Platz im Auto finden mussten.

Das Fahrzeug setzte sich wieder in Bewegung und nach kurzer Fahrt fuhren wir direkt auf den nächsten Parkplatz. Die Schwester meinte zu uns, dass wir hier auf eine Person warten, der sie noch etwas geben müsse.

Diese Person ließ jedoch auch wieder eine knappe halbe Stunde auf sich warten und erst dann sind wir weiter nach Oshipeto gefahren.

Im Ort Tsandi bogen wir von der asphaltierten Straße auf eine Schotterstraße ab, die sich sehr schlecht fuhr und das Auto nur so über die vielen Löcher und Hügel auf der Straße rappelte.

Wir gingen davon aus, dass wir jetzt ein paar Minuten auf dieser schlechten Straße fahren würden und waren erstaunt, dass wir nach 45 Minuten immer noch nirgends angekommen zu sein schienen.

Aus dem Nichts tauchte dann Oshipeto vor uns auf, erst der kleine Ort und dann die Schule. Vor den Toren warteten schon an die 200 Schüler, um uns zu begrüßen. Diese Begrüßung ist ihnen sehr gelungen: Sie sangen, klatschten, riefen unsere Namen und feierten uns fast schon wie Superstars, während sie neben unserem Auto herliefen.

In dem Moment haben wir die langen Bus- und Autofahrten sofort vergessen.

Nachdem wir hielten, machten wir die Tür auf und sofort kamen alle auf uns zu und wollten uns die Hand schütteln sowie uns ihren Namen mitteilen.

Auch von den hier lebenden Schwestern und Lehrern wurden wir herzlich begrüßt.

Nach der freudigen Begrüßung folgte dann jedoch auch schon die erste Verabschiedung: Julia und Hanna, mit denen Tom und ich unsere Zeit in Windhuk verbrachten, mussten nämlich noch weiter in ihr Projekt in den Ort Iilyateko fahren.

Am Abend hatten wir dann bereits die Möglichkeit, zum ersten Mal richtig mit den Kindern in Kontakt zu kommen: Sie fragten uns nach den ehemaligen Freiwilligen und nach Deutschland. Ebenfalls zeigten sie uns schon ein paar Tänze und Spiele.

Leider fällt es Tom und mir ziemlich schwer, die ganzen Namen zu behalten. Die Kinder fragen uns sehr oft, ob wir schon ihren Namen kennen und da müssen wir oft noch „Nein“ antworten.

Besonders schwierig ist es, weil die Kinder hier alle einheitlich kurze Haare tragen und für mich, der bisher überwiegend mit Personen weißer Hautfarbe in Kontakt gekommen ist, die Kinder auf den ersten Blick doch alle ziemlich gleich aussehen.

Zu unserer Wohnsituation und den ersten Tagen in Oshipeto werde ich im nächsten Blog-Eintrag berichten.

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